Illustration zum Thema Akademische Grade und Titel

Akademische Grade und Titel

Das Hochschulrahmengesetz (§18 HRG) sieht den Diplomgrad und den Diplomgrad (FH) vor. Außerdem kann das Landesrecht für Universitäten einen Magistergrad vorsehen, sowie die Möglichkeit, "auf Grund einer Vereinbarung mit einer ausländischen Hochschule andere als die ... [vorstehenden] Grade [zu] verleihen". Weiter gilt: "Im übrigen bestimmt das Landesrecht, welche Hochschulgrade verliehen werden." So werden zum Beispiel Doktorgrade und Ehrendoktorgrade in den Landeshochschulgesetzen geregelt.

In §19 HRG wurde außerdem die Einrichtung von Studiengängen ermöglicht, "die zu einem Bachelor- oder Bakkalaureusgrad und zu einem Master- oder Magistergrad führen". Der Magister als deutsche Form der Abschlußbezeichnung „Master" sollte nicht mit den traditionellen deutschen Magisterabschlüssen verwechselt werden, auch wenn gemeinhin sowohl das Diplom als auch der alte Magister als äquivalent zum "neuen" Master/Magister angesehen werden.

Deutsche akademische Grade sind:

der Bakkalaureus

  • Abkürzung: bacc. bzw. B., z.B. B.A. (Baccalaureus Artium)

der Magister

  • Abkürzung M., früher Mag. oder Mr.
  • Magister Artium (M.A.) ("Magister der Künste"). Die Abkürzung M.A. sollte nicht mit der ebenso lautenden Abkürzung für den akademischen Grad des Master of Arts verwechselt werden, wie er in Masterstudiengängen vergeben wird.
  • Magister rerum publicarum (Mag. rer. publ.). Magister der Verwaltungswissenschaften

das Diplom

  • Dauer (FH): Fachhochschulreife plus 3 bis 4 Jahre, Abschluss: Diplom (FH), Diplom I
  • Dauer (Uni): Abitur oder fachgebundene Hochschulreife plus 4 bis 5 Jahre, Abschluss: Diplom, Diplom (univ.), Diplom II
  • Beispiele: Dipl.-Ing. (Diplom-Ingenieur), Dipl.-Ing. (FH) (Diplom-Ingenieur Fachhochschule), Dipl.-Kfm./Dipl.-Kffr. (Diplom-Kaufmann / Diplom-Kauffrau), Dipl.-Inform./Dipl.-Inf. (Diplom-Informatiker), Dipl.-Iur. (Diplom-Jurist), auch in unpersönlicher Form z.B. Dipl. Vis. Komm. (Diplom für Visuelle Kommunikation)

das Lizenziat

  • Abkürzung: lic., z.B.: lic. theol. (Lizentiat der Theologie)
  • Dauer: Bachelor oder Magister/Diplom plus 1 bis 2 Jahre

der Meisterschüler

  • Dauer: Bachelor, Master oder Diplom plus 1 bis 2 Jahre

der Bachelor

  • Dauer: Abitur plus 3 bis 4 Jahre

der Master

  • Dauer: Bachelor, Magister/Diplom oder u.U. Vordiplom + 2 Semester Hauptstudium plus 1 bis 2 Jahre
  • Beispiele: M.Eng. (Master of Engineering), M.A. (Master of Arts), M.Sc. (Master of Science), LL.M. (Master of Laws)

der Doktor, Doctor of Philosophy

  • Beispiele: Dr. med., Dr. iur., Ph.D.. Bei Theologen ist auch die Abkürzung D. gebräuchlich. Verleihung nach Promotion. Der Doktor ist der höchste akademische Grad.
  • Dauer: Magister, Diplom, Staatsexamen oder Master und unter besonderen Voraussetzungen auch Bachelor und Diplom (FH), plus 3 bis 6 Jahre. Eine Sondersituation ist jedoch in einigen Fächern, wie z.B. Humanmedizin und Zahnmedizin gegeben. Hier kann die Promotionszeit unter Umständen nur wenige Monate betragen. In den meisten Fällen beträgt sie aber auch in der Medizin und der Zahnmedizin mehrere Jahre. Der einzige Vorteil, den Mediziner und Zahnmediziner haben, ist, dass sie ihre Promotion bereits während des Studiums beginnen können und dadurch häufig den akademischen Grad des Dr. med., bzw. Dr. med. dent. schon kurz nach Beendigung des Studiums verliehen bekommen. Viele Absolventen der Medizin und der Zahnmedizin verzichten aus zeitlichen Gründen heutzutage aber auch gänzlich auf die Möglichkeit, eine wissenschaftliche Arbeit im Sinne einer Promotion zu verfassen und tragen nur die Berufsbezeichnung "Arzt".
  • Der Doktor kann auch ehrenhalber (lat. honoris causa) (Dr. h.c., Dr.-Ing. E.h.) vergeben werden.

Folgende Hochschulbezeichnungen sind hochschulrechtlich keine akademischen Grade:

  • Die Abschlüsse von staatlichen Berufsakademien sind keine akademischen Grade, sondern staatliche Abschlussbezeichnungen. Dies gilt sowohl für die Diplom- als auch für die Bachelorabschlüsse der Berufsakademien.
  • Das z. B. bei Lehramts-, Medizin- oder Pharmaziestudiengängen übliche Staatsexamen ist kein akademischer Grad, da es keinen Namenszusatz sondern lediglich eine Prüfungsbezeichnung darstellt, wobei, meist auf Antrag, mit dem Staatsexamen u. U. ein akademischer Grad vergeben werden kann (in Rechtswissenschaften ist dies u.U. zum Diplom-Jurist möglich). Der geprüfte Rechtskandidat erhält in manchen Bundesländern durch die zuständigen Landesjustizprüfungsämter mit Abschluss des rechtswissenschaftlichen Studiums und dem Wirksamwerden des Zeugnisses über die Erste Staatsprüfung das Recht, die Bezeichnung Referendar zu tragen.
  • Die Professur ist kein akademischer Grad, sondern eine Amtsbezeichnung.

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